Hochformat • Sa 27.03.2010


• ab 16:00 h Präsentation im Entrée und Videobar
Lectures mit Varsha Nair und Sakarit Chankaew, Bangkok
und Tina Piazzi, rebell.tv, Oberthurgau
• 19:00 h Sumtam Nomad: Performance mit Varsha Nair und
Sakarit Chankaew, Bangkok anschliessend Essen




Lectures: Varsha Nair und Sakarit Chankaew, Bangkok

Varsha Nair und Sakarit Chankaew erzählen über ihre Arbeit.

Varsha Nair ist in Kampala, Uganda geboren und lebt in Bangkok, Thailand. Varsha Nair studierte Kunst in ihrer Heimat in Indien an der Universität Maharaja Sayaji Rao in Baroda. Sie ist Mitherausgeberin der Internetkunstzeitung Ctrl+P und Mitorganisatorin von Womanifesto www.womanifesto.com, www.varshashavar.com, www.ctrlp-artjournal.org

Sakarit Gunkhan Jangeo ist in Phrae Province, Thailand geboren und lebt in Bangkok, Thailand als Gestalter, Künstler, Kurator und Aktivist. Er betreibt seit 2007 gemeinsam mit seinem Partner Andrews Little den unabhängigen Aktionsraum und Kunstraum – Conference of Birds. Sakarit arbeitet seit einer Weile eng mit der Näherinnenorganisation und Gewerkschaft Triumph International Thailand Labor Union (TITLU). Er ist Teil von direkten Aktionen, dokumentiert, übersetzt und macht Öffentlichkeitsarbeit während die Galerie Produktionsort, Dokumentationszentrum und Treffpunkt wird.
www.conferenceofbirds.com


Lectures: Tina Piazzi, rebell.tv, Oberthurgau

mit dem Buch «Die Form der Unruhe»
Die Unruhe ist evident: Massenmedial, im Umgang mit Information, in der Art und Weise der Wissensproduktion. Mit den rasanten Entwicklungen der Kommunikationstechnologien hat auch die Geschwindigkeit und Radikalität sozialer Veränderungen zugenommen. Diese verstörende wie kreative Unruhe ist das Feld und Interesse von rebell.tv, einer internetbasierten Experimentier-, Entwicklungs- und Kommunikationsplattform im «German-speaking Part of Europe». Im Zentrum der Arbeit stehen Fragen der individuellen und gesellschaftlichen Verantwortung bezüglich der Gestaltung des Zusammenlebens und der persönlichen Freiheit. Mit Band 1 von «Die Form der Unruhe» legt rebell.tv eine erste Werkschau «Vom Buchdruck zum Computer» vor. Das Buch versteht sich als ein Statement: Die aktuellen Herausforderungen lassen sich nicht mehr nur über herkömmliche Logiken der Wissensproduktion und -distribution oder Konventionen journalistischer Informationsverarbeitung bewältigen.

rebell.tv ist ein Schaulager, ein Zettelkasten, ein interaktionistisches Codierungssystem, ein multimediales, interaktives Magazin. Jeder Funktionsbereich (TV/Radio, Blog, Print, Magazin) hat zwar eine eigene Adresse im Internet, bezieht sich aber im Workflow von «die Form der Unruhe» engstens aufeinander. Informationen werden nicht präsentiert, nicht veröffentlicht. Vielmehr werden Informationen offen zugänglich abgelegt und prozessiert. Im Zentrum der Arbeit stehen soziale Fragen und die damit verbundenen rasanten Entwicklungen der Kommunikationstechnologien.

Rund 3000 Video-Schnipsel und 400 Podcasts mit «Gesprächen & Begegnungen», über 90 Wochenkommentare mit Wertequadrat, 16'000 Bilder und im aktuellen Blog über 13'000 Einträge bilden heute den «Denkraum» der Arbeit. Die Materialien stehen in einer Tradition von Blogs, welche seit 1998 projektmässig entwickelt und im Sinne einer teilnehmenden Beobachtung in der Tradition von sozialräumlichen Interventionen Sozialer Arbeit realisiert wurden.

Tina Piazzi ist dipl. Pflegefachfrau, Sozialarbeiterin FH, Supervisorin & Coach MSc, Rechtsagentenausbildung ZbW und unterrichtete während rund zehn Jahren an einer Hochschule für Soziale Arbeit. Seit 2007 engagiert sie sich für rebell.tv AG als Geschäftsleiterin. Ihr Arbeitsschwerpunkt: Entwicklung methodischer Grundlagen zum Umgang mit Informationen, welche sich nicht mehr an der Herausarbeitung von Rationalem orientieren, sondern an Relationalem – der Verknüpfung und der Wechselbeziehung von Informationen.
www.rebell.tv, www.dfdu.org, dfdu bei Hochformat


Varsha Nair und Sakarit Chankaew: Sumtam Nomad

«Sumtam Nomad» ist eine Performance zur Geschichte des Arts and Culture Center in Bangkok-ACCB. Die Grünfläche an der Stelle des jetzigen Kulturpalastes bot früher Flüchtlingen und Obdachlosen und vielen weiteren Menschen Platz, für eine Zeit zu bleiben. Die Performance Sumtam Nomad ist ein Picknick vor dem Hintergrund der Baustelle. In Basel, weit weg vom Ort des Geschehens, geht es um die Erzählung der Geschichte eines Ortes aus Distanz.

Eine Videoprojektion zeigt rückwärts abgespielte Videodokumentationen vom Beginn der Bauarbeiten bis zum Jetztzustand. Varsha Nair zeigt diese Bilder in einer melancholischen Pose mit dem Rücken zum Publikum die Prozesse betrachtend. Vor dieser Rückerinnerung die versucht Vergangenheit, Realitäten und Virtualitäten zusammenzubringen taucht mit Sakarit Gunkhan Jangeo die Frida Kahlo Figur auf. Sakarit kocht Sumtam – Papayasalat – für die Angestellten und Gäste und ist nach dem Vorbild der Selbstportraits von Frida Kahlo gekleidet.


Präsentation im Entrée und Videobar

Das Entrée ist bespielt mit Arbeiten von: Iris Baumann, Silvia Bergmann, Monika Dillier, Birgit Durbahn, Lena Eriksson, Muda Mathis, Manuel Scheiwiller, Bruno Steiner, Sus Zwick und Videoklub.

Die Videobar bietet die Möglichkeit, Lieblingsfilme von Filmschaffenden kennen zu lernen. Direkt an der Bar oder auf Sichtungsstationen ab DVD.
Auf Anfrage von Hochformat haben Ihre fünf liebsten Dokumentarfilme benannt: Filmauswahl von Vadim Jendreyko, Filmautor und Produzent, Basel, Ralph Wieser, Produzent, Wien, Anahita Nazemi, Berlin und Rachel Adoul, Redakteurin Arte France, Paris.


Die Veranstaltung Sumtam Nomad wird unterstützt vom Südkulturfonds